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Madita Oeming (links) und LMS-Direktorin Ruth Meyer gemeinsam bei der Veranstaltung ‚Aufgeklärt statt aufgeregt

Aufgeklärt statt aufgeregt: Wie viel Schutz braucht digitale Pubertät?

PM 15/2026: Landesmedienanstalt Saarland diskutiert über sexuelle Aufklärung im digitalen Zeitalter und feiert doppeltes Medienkompetenz-Jubiläum

Saarbrücken, 11. September 2026: Pornografie, Sexting, Cybergrooming, sexualisierte Deepfakes und Klassenchats gehören längst zu den digitalen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob junge Menschen damit in Berührung kommen, sondern wie Erwachsene sie dabei begleiten können. Beim Jubiläumsabend „Aufgeklärt statt aufgeregt“ der Landesmedienanstalt Saarland (LMS) diskutierten die Teilnehmenden darüber, was zeitgemäße sexuelle Aufklärung leisten muss und wo Medienkompetenz, Jugendmedienschutz und Regulierung an ihre jeweiligen Grenzen stoßen.

„Digitale Lebenswelten sind für Kinder und Jugendliche keine Parallelwelt. Pornografische Inhalte sind jederzeit verfügbar, intime Bilder können in Sekunden verbreitet und mit KI täuschend echt manipuliert werden. Wer junge Menschen schützen und stärken will, muss deshalb dort ansetzen, wo sie tatsächlich leben und kommunizieren. Dabei können wir nicht allein auf Verbote und Regulierung setzen: Kinder und Jugendliche brauchen Aufklärung und Medienkompetenz, die sie zu einem selbstbestimmten und sicheren Umgang mit digitalen Medien befähigt“, sagte Ruth Meyer, Direktorin der Landesmedienanstalt Saarland.

Zwischen Schutz und Selbstbestimmung

Den fachlichen Schwerpunkt setzte Madita Oeming, Sexual- und Medienpädagogin, Kulturwissenschaftlerin und Autorin des Buches „Aufgeklärt statt aufgeregt“. An konkreten Beispielen zeigte sie, wie sich die sexuelle Entwicklung in der digitalen Pubertät grundlegend verändert hat und warum Jugendliche bei ihren gewollten und ungewollten sexuellen Online-Erlebnissen Begleitung und Orientierung brauchen. Im Mittelpunkt stand dabei das Spannungsfeld zwischen Regulierung, Jugendmedienschutz und Medienkompetenzvermittlung und die Frage, wie Schutz und sexuelle Selbstbestimmung zusammengedacht werden können. Oeming forderte offenen und wertfreien Dialog sowie die gezielte Förderung einer sexuellen Medienkompetenz. „Pornos, Sexting oder Cybergrooming – diese Themen gehören in den Unterricht und an den Frühstückstisch, auch wenn uns das herausfordert“, sagte Oeming.

Jugendmedienschutz braucht Schutz und Befähigung

Im anschließenden Austausch stand die Frage im Mittelpunkt, wie Eltern, Schulen und pädagogische Fachkräfte Kinder und Jugendliche in digitalen Lebenswelten konkret begleiten können.

Oeming plädierte dafür, altersgerechte digitale Räume für Sexualität zu eröffnen und Erfahrungen z.B. mit Pornografie und Sexting selbstverständlich zum Gesprächsgegenstand zu machen, um Kindern und Jugendlichen auch im digitalen Zeitalter ausreichend Entwicklungsmöglichkeiten für ihre individuelle Sexualität zu bieten. Neben der Förderung von Sprach- und Handlungsfähigkeit der Jugendlichen sind technischer Schutz und Regulierung weitere wichtige Bausteine einer zeitgemäßen Sexualerziehung. Sie müssen aber durch die Vermittlung von Medienkompetenz ergänzt werden.

100 Sitzungen, 100.000 Teilnahmen

Der Anlass für den Abend war ein doppeltes Jubiläum: Am Nachmittag war der Medienkompetenzausschuss der LMS zu seiner 100. Sitzung zusammengekommen.

In einem Rückblick zeichnete Karin Bickelmann, Leiterin der Abteilung Medienkompetenz und Medienprojekte, die Entwicklung der Medienkompetenzarbeit seit den Anfängen des Medienkompetenzzentrums der LMS nach. Mit der Auszeichnung von Jürgen Cibardo Bisaccia als 100.000. Teilnehmer setzte die LMS schließlich ein sichtbares Zeichen für die große Resonanz, die die Angebote der Landesmedienanstalt in den letzten 25 Jahren erfahren haben.

Bildhinweis: Madita Oeming und Ruth Meyer (Direktorin der Landesmedienanstalt Saarland) | © LMS

Pressekontakt

Denise Dräger
Büroleitung und Kommunikation